Ressourceneffizienz- und Kreislaufwirtschaftskongress Baden-Württemberg 2015

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Am 7. und 8. Oktober fand bereits zum vierten Mal der mit rund 1.000 Teilnehmern gut besuchte Ressourceneffizienz- und Kreislaufwirtschaftskongress in Stuttgart statt. In zahlreichen Plenumsveranstaltungen und Foren diskutierten und informierten sich Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und weiteren gesellschaftlichen Gruppierungen über Ziele und Wege zu mehr Ressourceneffizienz und einer besseren Kreislaufwirtschaft. Unter dem Motto „Marktwirtschaftliche Nachhaltigkeit am Beispiel der Ressourceneffizienz“ verdeutlichte LVI-Präsident Dr. Hans-Eberhard Koch die Position der Industrie.

In seiner Eröffnungsrede verdeutlichte Ministerpräsident Winfried Kretschmann, welche zentrale Rolle Ressourceneffizienz in Baden-Württemberg spielt und wie die Endlichkeit der natürlichen Ressourcen als Chance, im Sinne eines nachhaltigen, intelligenten Wachstums, genutzt werden kann. Der Rede des Ministerpräsidenten folgten Vorträge verschiedener Unternehmensvertreter – auch aus dem LVI-Mitgliederkreis – die auf die Erfahrungen, Erfolge und Herausforderungen in diesem Themengebiet eingingen.

Umweltminister Franz Untersteller stellte die Landesstrategie für Ressourceneffizienz Baden-Württemberg vor. Dabei verdeutlichte er, dass diese Strategie auf der Arbeit der Akteursplattform zur Ressourceneffizienz und ihren Empfehlungen fußt, an der sich der LVI und mehrere seiner Mitgliedsverbände und -Unternehmen aktiv beteiligten. Weiterhin zeigte der Minister auf, dass der Ressourceneffizienz- und Kreislaufwirtschaftskongress bundes- und europaweit einer der größten und damit ein deutliches Signal dafür sei, dass Baden-Württemberg bei diesem Thema eine Führungsrolle einnehme.




An die Ausführungen des Umweltministers knüpfte LVI-Präsident Dr. Hans-Eberhard Koch nahtlos an. Er stellte die zentrale Rolle der Wirtschaft und deren Wertschöpfungsketten dar und verwies auf die notwendige Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft, um die Ressourceneffizienz weiter voranzubringen. Ein marktwirtschaftliches Konzept der Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz sei aus Sicht der Industrie der richtige Weg. Das Thema müsse zudem global angegangen und soziale, ökologische und ökonomische Aspekte gleichrangig berücksichtigt werden. Gleichzeitig hob er hervor, dass gerade die Industrie bereits Vorleistungen erbracht habe und diese auch weiter – soweit wirtschaftlich und technisch machbar und sinnvoll – fortführen werde. Mit Blick auf die Landesstrategie lobte der LVI-Präsident die frühzeitige Einbindung der Wirtschaft in den Entwicklungsprozess. In diesem Zusammenhang verwies Dr. Koch auf die gemeinsame Initiative „100 Betriebe für Ressourceneffizienz“, welche von der baden-württembergischen Industrie vorgeschlagen und von der Landesregierung aufgegriffen wurde.

Der Rede von Dr. Koch folgten einige Exzellenzbeispiele des Leuchtturmprojektes „100 Betriebe für Ressourceneffizienz“. Dabei wurden erste Unternehmen der Initiative von Prof. Dr. Mario Schmidt (Direktor, Institute for Industrial Ecology INEC) vorgestellt – unter ihnen auch das Unternehmen des LVI-Präsidenten, die Witzenmann GmbH.

Der Umweltminister überreichte den Teilnehmern eine Urkunde für ihre erfolgreiche Teilnahme an dem Leuchtturmprojekt „100 Betriebe für Ressourceneffizienz“. Die aktuelle Broschüre der Initiative, in der weitere teilnehmende Unternehmen aufgeführt sind, können Sie hier abrufen.



Den zweiten Kongresstag eröffnete der stellvertretende Ministerpräsident und Finanz- und Wirtschaftsminister Dr. Nils Schmid mit einer Rede über „Innovations- und Industriepolitik für mehr Ressourceneffizienz“. Hierbei hob er auf die Chancen ab, die Ressourceneffizienz für die Erforschung und Entwicklung neuer Technologien und Verfahren bietet. Dem folgten Beispiele aus der unternehmerischen Praxis (Innovative Dünnschicht-Technologien, Lasertechnik, 3D-Druck).

In den darauffolgenden Foren wurden den Teilnehmern konkrete Ansätze der Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft vermittelt. Unter Federführung der LVI-Mitgliedsverbände, dem Verband der Chemischen Industrie e.V., Landesverband Baden-Württemberg, und dem Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V., Landesverband Baden-Württemberg, wurde über die Wirtschaftspotenziale nachwachsender Rohstoffe bzw. die Produktion der Zukunft mittels Anwendungen und Potenzialen additiver Methoden berichtet.

Weitere Informationen zu der Veranstaltung sowie dem Programm finden Sie unter www.ressourceneffizienzkongress.de/. Die Rede des LVI-Präsidenten können Sie hier nachlesen.