Pressemitteilung - 16.03.2018

Vorstand des industriellen Spitzenverbands warnt vor Eskalation

LVI: Mit dem freien Handel spielt man nicht!


Stuttgart, 16. März 2018. "Die baden-württembergische Industrie blickt weiterhin zufrieden und zuversichtlich auf die konjunkturelle Entwicklung. Das hat unser Austausch erneut sehr eindrücklich belegt," betonte LVI-Vizepräsident Heinrich Baumann im Nachgang zur jüngsten Vorstandssitzung des Landesverbands der Industrie. Umso ärgerlicher sei es, "dass die so wichtigen internationalen Handelsbeziehungen seit einiger Zeit in Frage gestellt und aufs Spiel gesetzt werden."

"Der freie Handel", dies unterstrich Baumann im deutlichen Einvernehmen mit seinen Vorstandskollegen, "ist ein Grundpfeiler unseres Wohlstandes in Baden-Württemberg – auch aufgrund der globalen Wertschöpfungsverbünde mit unseren vielfältigen Partnern." Es sei zu befürchten, dass nicht nur jene, die bereits heute neue Schutzzölle und ähnliche Instrumente einsetzen, über kurz oder lang erkennen müssten, dass sie auch sich selbst schaden. Vielmehr entwickle sich eine Spirale protektionistischer Maßnahmen, aus der man sich nur ganz schwer wieder befreien könne.

Der LVI-Vorstand hege indes die Hoffnung, die derzeitige Situation könne im Gegenteil Anlass für die EU sein, ihre Zollpolitik dahingehend zu überdenken, "dass sie dazu beiträgt, einen offenen Handelskonflikt zu vermeiden", berichtete Vizepräsident Baumann.

In jedem Fall appelliere der LVI "an die handelnden Personen auf allen Seiten, nicht in der Hitze des Augenblicks zu reagieren, sondern die Auswirkungen möglicher Schritte mit kühlem Kopf und klarem Verstand zu analysieren und dementsprechend mit Maß und Vernunft zu handeln", so Baumann weiter. Für die Industrie, insbesondere die baden-württembergische, sei es von essenzieller Bedeutung, dass die transatlantischen Handelsbeziehungen in beide Richtungen nicht künstlich erschwert würden. Umso mehr sei der erneute Vorstoß von EU-Ratspräsident Donald Tusk, die Verhandlungspartner zur Transatlantischen Handels- und Investitionspartnerschaft (TTIP) wieder "an einen Tisch zu holen", zu begrüßen.