Pressemitteilung, 30. November 2017

Spitzenverband unterstreicht Standortfaktor Digitalisierung

LVI: Industriestandort? Ja, und digital!


Stuttgart, 30.11.2017 "Wir Unternehmen befinden uns im digitalen Wettbewerb und damit unser gesamter Standort Baden-Württemberg. Umso wichtiger ist es, dass wir alle diesen Wettbewerb anerkennen, uns ihm gemeinsam stellen und ihn positiv für uns gestalten!" Dies betonte LVI-Vizepräsident Thorsten Klapproth im Rahmen der Jahrestagung des industriellen Spitzenverbands, die an diesem Donnerstag bei der IBM Deutschland GmbH in Ehningen stattfand.

Anlässlich des jährlichen "Tags der Baden-Württembergischen Industrie" unterstrich der LVI-Vizepräsident vor etwa 250 Gästen im Gespräch mit Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut und IBM-Geschäftsführerin Martina Koederitz die herausragende Bedeutung der Digitalisierung für den Standort Baden-Württemberg: "Gewiss, Industrie 4.0 ist ein Modewort. Es funktioniert zudem. Wirtschaft 4.0, Industrie 4.0, Fabrik, Handel, Handwerk, Dienstleistungen: alles 4.0, und überall passiert etwas. Wir brauchen vor allem die Gesellschaft 4.0, und wir als Unternehmen brauchen Rahmenbedingungen 4.0!" Die Politik sei gefordert, betonte Klapproth mit Blick auf die zahllosen Unternehmen, ihre Bemühungen um die benötigten Infrastrukturen weiter zu intensivieren: "Die Landesregierung hat eine Reihe guter Ansätze auf den Weg gebracht. Nun gilt es, mit Nachdruck weiter nach vorne zu gehen, um den digitalen Wettbewerb mitgestalten zu können."

Natürlich reiche es nicht aus, auf "die Politik" zu schauen und zu hoffen: "Sowohl Unternehmen als auch Gesellschaft tun sich an der einen oder anderen Stelle nicht ganz leicht, die Digitalisierung anzunehmen und ihre vielfältigen Chancen zu nutzen," betonte der LVI-Vizepräsident. Der Mensch als Nutzer und als Beteiligter sei ganz entscheidend für eine erfolgreiche Digitalisierung des Standorts Baden-Württemberg. Im Übrigen müsse es gelingen, gerade in den sogenannten MINT-Berufen noch mehr junge Leute, insbesondere Frauen, gut auszubilden, um dem Fachkräftemangel zu begegnen. Die Verfügbarkeit dieser Fachkräfte ist ein zentraler Treiber für die Innovationskraft des Landes.

"Herausforderungen wie die Digitalisierung, technologische Umbrüche oder auch protektionistische Bestrebungen verlangen ein klares Eintreten für Innovationen, passende gesetzliche Rahmenbedingungen und offene Märkte", so Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut. "Die Wirtschaftspolitik des Landes hat vor diesem Hintergrund vor allem die Aufgabe, geeignete Rahmenbedingungen zu schaffen. Von zentraler Bedeutung ist es dabei, die Digitalisierung zu nutzen, um unsere Spitzenstellung weiter auszubauen und damit Beschäftigung und Wohlstand in Baden-Württemberg langfristig zu sichern. "Insbesondere müsse der Mittelstand stärker an das Thema Wirtschaft 4.0 und Digitalisierung herangeführt werden, um dessen Stellung als starker Wirtschaftsfaktor im Land in Zukunft zu sichern, betonte die Ministerin. Sie verwies dabei auf die "Initiative Wirtschaft 4.0 Baden-Württemberg" des Wirtschaftsministeriums. Hoffmeister-Kraut: "Gemeinsam mit dem LVI und den weiteren Partnern der Initiative Wirtschaft 4.0 unterstützen wir damit aktiv die Wirtschaft und die Beschäftigten auf dem Weg in die digitalisierte Zukunft."

"Technologien wie Cloud, künstliche Intelligenz, Blockchain und Cybersecurity werden zum Game Changer und ermöglichen neue Herangehensweisen an aktu-elle Herausforderungen. Sei es die Einsparung von CO2, die bessere Versorgung mit Lebensmitteln aber auch eine bessere Qualität unserer Bildung", sagte Martina Koederitz, Vorsitzende der Geschäftsführung IBM Deutschland.

In eigener Sache berichtete LVI-Vizepräsident Klapproth schließlich noch aus der vorangegangenen internen LVI-Mitgliederversammlung, in der die beiden Vizepräsidenten Heinrich Baumann (Eberspächer Gruppe GmbH & Co. KG, Esslingen) und Thorsten Klapproth (Hansgrohe SE, Schiltach) von den Mitgliedern den klaren Auftrag erhalten hatten, den Verband zunächst weiterhin gemeinsam zu führen, wie sie es bereits seit dem Tod des in hohen Ehren gehaltenen früheren LVI-Präsidenten Dr. Hans-Eberhard Koch im Sommer getan haben: "Ich freue mich, den LVI gemeinsam mit Heinrich Baumann, mit dem gesamten Vorstand und mit unseren Mitgliedern inhaltlich wie strukturell weiterentwickeln zu dürfen." Auch der Verband werde in mancher Hinsicht nacharbeiten, um seine wirtschaftspolitische Aufgabe im digitalen Industriestandort Baden-Württemberg noch besser auszufüllen und bei den anstehenden Herausforderungen voranzugehen.