Vererben und Verschenken ohne Steuern und Streit

war der Titel eines Workshops, den der LVI am 14. März gemeinsam mit seinem Mitglied, der Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, in Ostfildern durchführte. Neben einer rechtlichen Einführung in die Thematik der Unternehmensübergabe von Todes wegen und zu Lebzeiten führte Dr. Christian Ph. Steger zudem in die Fallstricke ein, die nach der Reform der Erbschaftsteuer zu beachten sind.

In ihrer kurzen Begrüßung wies Referatsleiterin Constanze Wolf auch noch einmal darauf hin, dass sich der LVI seinerzeit gemeinsam mit dem BDI stark für eine mittelstandsfreundliche Reform der Erbschaftsteuer eingesetzt hatte, und leitete anschließend zu der Präsentation von Dr. Christian Ph. Steger, Partner / Rechtsanwalt / Steuerberater bei EY, über.



Im ersten Teil seiner vierteiligen Präsentation ging der Referent auf die Ziele der Nachfolgeplanung ein, die nach seiner Erfahrung in der Regel aus der Sicherung der Altersvorsorge, dem Erhalt des Unternehmens, der Gleichstellung der Kinder und der Vermeidung bestünden. Die Ziele der Nachfolgeplanung zu definieren, sei ein wesentlicher Schritt in dem zeitintensiven Prozess, der unabdingbar für die Bestimmung der „Marschroute“ sei. Erst, wenn der Unternehmer wüsste, welche Ziele bei der Unternehmensübergabe erreicht werden sollten, könne auch der Prozess der Nachfolgeplanung strukturiert und zielorientiert umgesetzt werden.

Dr. Christian Ph. Steger gliedert die Nachfolgeplanung in drei große Schritte auf. In Phase 1 – Ordnen – sei es wichtig, den Status Quo zu erfassen, wie beispielsweise die Analyse der Zusammensetzung und Eigenschaften des Vermögens oder die Erstellung einer Vermögensübersicht, und das Vermögen zu segmentieren. In der zweiten Phase – Gestalten – sei Aufgabe, die zukünftigen Ziele und Zwecke für das Vermögen zu identifizieren und Handlungsoptionen zu entwickeln. In Phase 3 schließlich – Übergeben – sollten die Beteiligten angemessen in den Übertragungsprozess eingebunden, die Neuordnung des Vermögens vorbereitet und das Vermögen übertragen werden.



Nicht vergessen werden dürfe die „persönliche Komponente“, die eine wichtige Rolle im Übertragungsprozess spiele. So habe eine Unternehmensübergabe zu Lebzeiten auch viel mit „Loslassen“ zu tun, der Übergeber müsse akzeptieren, dass die Übernehmer manche Dinge wahrscheinlich anders, aber trotzdem auch gut machen würden. Auch, dies unterstrichen auch die anwesenden Unternehmensvertreter, müssten beide Seiten erst zusammenwachsen und es sei ein großes Quäntchen Vertrauen nötig, handele es sich bei dem Übergeber doch häufig um sein Lebenswerk, das übernommen werde.