Weitere Aktivitäten im Mexiko-Projekt auf der Wirtschaftsdelegationsreise

Auf der von Umweltminister Franz Untersteller MdL geleiteten Wirtschaftsdelegationsreise nach Mexiko nutzte LVI-Geschäftsführer Wolfgang Wolf die Gelegenheit, das seit April 2016 in der zweiten Projektphase befindliche Verbandspartnerschaftsprojekt mit Mexiko weiter zu präzisieren. Neben der aktiven Teilnahme an dem German-Mexican Automotive Meeting Aguascalientes besuchte Wolfgang Wolf unter anderem auch die LVI-Mitgliedsunternehmen Witzenmann GmbH und Mahle GmbH in Celaya.

Auf der achttägigen Delegationsreise unter Leitung von Umweltminister Franz Untersteller MdL in die Hauptstadt Ciudad de México sowie in die Bundesstaaten Aguascalientes, Guanajuato, Jalisco und Querétaro lagen die Schwerpunkte in den Bereichen Automobilindustrie, Maschinenbau und Umwelttechnik, nicht zuletzt „überschattet“ von der Frage, wie sich die US-Präsidentschaft von Donald Trump auf die Unternehmen in Mexiko auswirkt. Fazit aus zahlreichen Gesprächen mit Vertretern des German Centre, der deutschen Botschaft, der AHK Mexiko, des Genossenschaftsverbands Baden-Württemberg und weiteren Institutionen war, dass sich die Unsicherheit bei Unternehmen in Mexiko dank der Rückfallmöglichkeit auf den WTO-Rahmen „im Rahmen halte“.



Die Unsicherheiten, die die US-Präsidentschaft von Donald Trump dennoch mit sich führten, wirkten sich insbesondere auf die Frage des Verbleibs im NAFTA-Abkommen aus, das in Mexiko nicht nur ein Geschäfts- sondern gar ein Gesellschaftsmodell darstelle. Auch die angedrohte Rückführung der illegalen Einwanderer in die USA könnte Mexiko vor enorme gesellschaftliche Probleme stellen, weswegen ein verlässlicher konsularischer Schutz der Mexikaner in den USA notwendig sei. Umso wichtiger sei die Partnerschaft zwischen Deutschland und Mexiko, die durch das Deutschlandjahr in Mexiko gefördert werde. Deutschland stelle sich durch fünf Großveranstaltungen auf den Gebieten Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft bisher hervorragend dar. Auch das gemeinsame Verbandspartnerschaftsprojekt von BDI, LVI und BKU mit den mexikanischen Partnerverbänden COPARMEX und USEM beteiligt sich mit diversen Aktionen an dem Deutschlandjahr in Mexiko.

Der Besuch in dem neu eröffneten Werk des von LVI-Präsident Dr. Hans-Eberhard Koch geführten LVI-Mitgliedsunternehmens, der Witzenmann GmbH, in Celaya zeigte anschaulich, wie wichtig der Standort Mexiko nicht nur für den gesamten nordamerikanischen Kontinent, sondern vielmehr auch für die Belieferung anderer Regionen, ist. Dies unterstrich ebenfalls der Besuch in der Niederlassung des LVI-Mitglieds, der Mahle GmbH, eindrücklich.



Auf den German-Mexican Automotive Meetings Aguascalientes machte Wolfgang Wolf in seinen Begrüßungsworten deutlich, wie wichtig die Clusterarbeit und der Wissens- und Technologietransfer für Mexiko und den Bundesstaat Aguascalientes sei. Umso mehr freute er sich, dass die German-Mexican Automotive Meetings Aguascalientes von dem Automotive-Cluster in Aguascalientes (GIRAA), dessen Ausbildung der LVI in der ersten Projektphase des Verbandspartnerschaftsprojektes mit Mexiko begleitet und gefördert hatte, ausgetragen worden sind. Er mahnte aber auch an, dass man sich auf den Erfolgen nicht „ausruhen“ dürfe. Vielmehr sei es notwendig, das Cluster weiter zu stabilisieren und die Projektarbeit zu intensivieren. Auch sollte die Zusammenarbeit mit den in der Bajio-Region bestehenden Automotive-Clustern, etwa das ebenfalls vom LVI unterstützte Cluster CLAUGTO in Guanajuato, gesucht werden. In einem weiteren Schritt wäre dann die Zusammenarbeit zwischen Automotive¬- und Luft- und Raumfahrt-Clustern – etwa dem in Querétaro bestehenden – eine logische und zielführende Konsequenz.

Aguascalientes sei, so Wolfgang Wolf weiter, von jeher prädestiniert, in Mexiko eine Vorreiterrolle in Bezug auf „Nachhaltigkeit“ einzunehmen. Neben den hiesigen politischen Rahmenbedingungen sei dies vor allem zahlreichen Unternehmen in Aguascalientes zu verdanken, die sich voll und ganz der Nachhaltigkeit verschrieben haben und so auch ein gutes Vorbild für andere Unternehmen seien. Der Leitspruch der Unternehmer, aber auch der Regierung und Zivilgesellschaft, „für ein besseres Aguascalientes“ sei allenthalben zu erkennen und ein Baustein für die relativ gute Situation des Bundesstaates Aguascalientes. Wolfgang Wolf forderte die Teilnehmer der German-Mexican Automotive Meetings auf, dies weiter voranzutreiben und sich nicht auf dem bisher Erreichten auszuruhen. Den roten Faden führte Wolfgang Wolf gemeinsam mit Albrecht Fridrich, Geschäftsführer der das Automotive Cluster Baden-Württemberg betreibenden RKW Baden-Württemberg GmbH, in der anschließenden Podiumsdiskussion und der Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung zwischen dem Automotive Cluster Aguascalientes und dem Automotive Cluster Baden-Württemberg fort.