Integration von Akademikern mit Flüchtlingshintergrund

Am 24. Februar fand im Steinbeis-Haus in Herrenberg die erste Bewerberbörse im Rahmen des Integrations-Projektes von SIBE, Landratsamt Böblingen und LVI statt. Unternehmen und akademische Flüchtlinge lernten sich kennen und konnten passende Partnerschaften anbahnen.

Bei der von der School of International Business and Entrepreneurship (SIBE) organisierten Bewerberbörse konnten Unternehmen aus der Region und Flüchtlinge sich gegenseitig kennenlernen. Die Unternehmen konnten sich dabei als attraktive Arbeitgeber der Region präsentieren. Die SIBE organisierte Einzelgespräche, in denen beide Gruppen erste persönliche Kontakte knüpfen konnten.

In ihren Grußworten sprachen Prof. Dr. Werner G. Faix ( Geschäftsführer SIBE), Landrat Roland Bernhard, Claus Schmiedel (Direktor Innovation und Globalisierung SIBE ) und LVI-Referatsleiter Speer von Notwendigkeit dieses Projekts. Durch die Initiative der Partner werde, während an anderen Stellen noch über die Überwindung bürokratischer Hürden, über politische Weichenstellungen und Ähnliches diskutiert wird, die erste praxisorientierte Lösung für willige Unternehmen bereit gestellt. Die Bewerberbörse sei zwar nicht die Lösung aller Herausforderungen, die sich uns stellen, aber es sei ein erster Schritt. Und wenn es langfristig gelänge, den Großteil der Flüchtlinge erfolgreich zu integrieren, würden die Kosten der so genannten Flüchtlingskrise bei Weitem aufgewogen.

In Deutschland sind über 400.000 Flüchtlinge auf der Suche nach Arbeit. Auch bei Flüchtlingen, die in ihrem Heimatland als Akademiker hochqualifiziert sind, ist die Suche nach einem Arbeitsplatz oft nicht leicht: Sprachliche Hürden, Schwierigkeiten bei der Anerkennung von Prüfungsleistungen und kulturelle Unterschiede zum Heimatland stellen große Probleme dar.

Die SIBE hat zusammen mit dem Landkreis Böblingen und dem LVI daher diese Initiative ins Leben gerufen, um akademische Flüchtlinge möglichst schnell in den deutschen Arbeitsmarkt zu integrieren und gleichzeitig dem Fachkräftemangel in Deutschland entgegenzuwirken.

Der Fokus liegt hierbei darauf, ausgewählte akademische Flüchtlinge durch operative Tätigkeiten und/oder Projekte in Unternehmen der Region einzubinden. Die Teilnehmer sind von Anfang an als Vollzeit-Mitarbeiter in die Arbeit im Unternehmen eingebunden. Gleichzeitig absolvieren sie an der SIBE und ihrer US-amerikanischen Partneruniversität, der Post University, ein berufsbegleitendes Master-Studium (M.A. in General Management/MBA(USA)) sowie zusätzliche Deutschkurse und Coachings. Einen besonderen Schwerpunkt legt die SIBE auf die Kompetenzentwicklung ihrer Studenten. Die Unternehmen zahlen den Teilnehmern ein Gehalt und übernehmen zusätzlich die Studiengebühren.

Es handelt sich um eine Win-Win-Situation: Die Flüchtlinge finden einen Arbeitsplatz, der ihrer akademischen Qualifikation entspricht. Sie integrieren sich am Arbeitsplatz, knüpfen Kontakte im Unternehmen und darüber hinaus. Die Unternehmen zeigen gesellschaftliches Engagement und gewinnen zudem wertvolle akademische Fachkräfte, und zwar gerade auch in Mangelfächern: Unter ihnen sind Absolventen in Informatik oder Bauingenieurwesen, BWL und Maschinenbau.

Wenn Sie in das Programm einsteigen möchten, wenden Sie sich gerne an die SIBE oder den LVI.

Regio-TV berichtete über die Bewerberbörse. Den Mitschnitt finden Sie hier.