„Innovationspartnerschaft mit Mexiko“: Start der 2. Projektphase

Die konkrete Umsetzung des wiederum auf drei Jahre angelegten Projektes zwischen BDI / LVI / BKU und den mexikanischen Partnerverbänden COPARMEX und USEM begann nunmehr mit einem Feinplanungsworkshop in Mexiko City und Guadalajara (Bundesstaat Jalisco), in dem in der Zeit vom 2. bis 5. Mai mit den mexikanischen Partnerverbänden die weiteren konkreten Schritte abgestimmt wurden.

Die BDI- und LVI-Verantwortlichen (Sigrid Zirbel, Leiterin der BDI-Abteilung Lateinamerika, und Wolfgang Wolf) führten am 2. und 3. Mai in Mexiko City sowie am 4. und 5. Mai in Guanajuato und Irapuato (Bundesstaat Jalisco), unter Mitwirkung der im Projekt aktiven Mitarbeiter - Projektbeauftragter Joachim Elsässer sowie die bereits in der ersten Projektphase tätigen  Projekt-Verantwortlichen in Mexiko, Dr. Alberto Equihua und Dr. German Bonilla – mehrere Workshops mit ehren- und hauptamtlich Verantwortlichen der beiden mexikanischen Partnerverbände COPARMEX und USEM durch, in denen es um die konkrete Umsetzung des Innovationspartnerschafts-Projektes ging.



Das Projekt umfasst generell drei Ebenen: Zum einen geht es um eine Verbesserung der Rahmenbedingungen in Mexiko (Stichworte: Transparenz und Korruptionsbekämpfung) und eine Ausweitung des in den letzten drei Jahren erfolgreich gelaufenen, vom LVI geführten, Projektes auf die Alianza del Pacifico. Diesen Projektteil wird der BDI verantworten. Zum zweiten sollen die begonnenen Aktivitäten zum Thema „nachhaltiges Unternehmertum“ konkret weiterentwickelt werden. Dafür zeichnet auf deutscher Seite der Bund Katholischer Unternehmer (BKU) verantwortlich. Last but not least liegt ein ganz besonderer Schwerpunkt auch in der zweiten Phase des Projektes auf dem Bereich von Innovation, Technologietransfer, Zusammenarbeit auf Hochschulebene und Weiterentwicklung des Cluster-Konzeptes. Dafür war und ist der LVI der entscheidende Projektpartner. Dieser wichtige Bereich wird operativ vor allem in den Regionen Guanajuato, Jalisco, Querétaro und Aguascalientes weiter umgesetzt, wo bereits zwei Cluster mit LVI-Unterstützung gegründet worden sind, nämlich ein Automobil- und ein IT-Netzwerk.



Damit die Idee, eine „Innovations-Kultur“  in Mexiko zu schaffen, auch auf Bundesebene flankiert und in die politischen Prozesse hineingetragen werden kann, wird COPARMEX national eine „Kommission für den Innovationsdialog“ einrichten und ein regelmäßiges Innovation Business Forum (IBF) veranstalten. Darüber hinaus werden COPARMEX und USEM ihre Kapazitäten bündeln, damit Parallelstrukturen auf mexikanischer Seite vermieden werden.

In Guadalajara ging es am 4. Mai  um die Weiterentwicklung der Zusammenarbeit auf Cluster-Ebene sowie um die Organisation eines wirksamen Modells für den Technologietransfer – angelehnt an das „Steinbeis-Modell“. Dazu kam die deutsche Delegation unter anderem mit den Ministern Jaime Reyes (Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Technologie Jalisco) – der von einem bisher sehr erfolgreichen Verlauf des vom LVI in der ersten Projektphase etablierten Pilotprojektes der praxisorientierten Hochschulausbildung in Jalisco berichtete und die Bedeutung der Arbeit in und mit Clustern hervorhob - und José Palacios (Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung Jalisco) sowie leitenden Mitarbeitern beider Ministerien zusammen, tauschte sich mit den Automobil-Clustern Jaliscos (JALTRADE) und  Aguascalientes’ (CIATEC) sowie ein weiteres Mal mit dem Direktor des Tecnologico de Monterrey – Campus Guadalajara, Dr. Mario Adrian Flores, und leitenden MitarbeiterInnen des ITESM aus, um neben den bereits bestehenden Kooperationen weitere Möglichkeiten auszuloten.



Am 5. Mai kam die Delegation dann zunächst in Leon mit dem vom LVI initiierten Automobil-Cluster von Aguascalientes zusammen, das mit seinen 35 Mitgliedsunternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen bereits eine Reihe konkreter Technologieprojekte entlang der Wertschöpfungskette realisiert hat, und tauschte sich mit dem Forschungsinstitut CIATEC aus. Anschließend waren in Guanajuato Wirtschaftsminister Guillermo Romero Pacheco und Staatssekretär Alberto Garcia Martínez Gesprächspartner von Wolfgang Wolf und seiner Begleitung, bevor das – ebenfalls vom LVI angestoßene Automobil-Cluster Guanajuatos (Cluster Automotriz de Guanajuato - CLAUGTO) seine aktuellen und geplanten Aktivitäten präsentierte. Ansatzpunkte ergaben sich darüber hinaus für eine Zusammenarbeit in der Luft- und Raumfahrt. Wolfgang Wolf stellte Aufbau und Arbeitsweise des Forums Luft- und Raumfahrt Baden-Württemberg vor, zeigte die Bedeutung der Querschnittsbranche Luft- und Raumfahrt für andere Sektoren auf, berichtete von der ins Leben gerufenen Supply Chain Excellence Initiative und vereinbarte mit Staatssekretär Garcia Martínez, mit dem in Guanajuato existierenden Luftfahrt-Cluster zusammen zu arbeiten.

Den Abschluss der Reise bildete dann am 6. Mai ein weiterer Gedankenaustausch mit der Leiterin der Wirtschaftsabteilung in der Deutschen Botschaft in Mexiko City, Martina Klumpp. Dabei wurde deutlich, dass neben den übergreifenden Themen Transparenz und Korruptionsbekämpfung aktuell Diskussionen laufen, in der die Bereiche Stadtentwicklung, Entwicklung “sauberer“ Energieträger und Energieeffizienz eine zunehmend wichtigere Rolle spielen. Wolfgang Wolf wies in diesem Zusammenhang auf die vielfältigen Erfahrungen von LVI und Plattform Umwelttechnik (PU) hin und bot eine enge Zusammenarbeit mit mexikanischen Partnern – ergänzend zu den regionalen Projekten, etwa im Hinblick auf die Implementierung von ECOFIT - an.

Bekanntlich hat der LVI vor drei Jahren mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) das Projekt „Innovationspartnerschaft Deutschland-Mexiko“ begonnen und dessen erste Phase am 31. März erfolgreich abgeschlossen. In einer zweiten Phase soll das Projekt jetzt auf eine breitere regionale und inhaltliche Basis gestellt werden. Dazu kooperieren BDI, LVI und BKU (Bund Katholischer Unternehmer) und erweitern die bisherige Arbeit um das Thema „Nachhaltiges Unternehmertum“ (BKU) und die regionale Komponente auf die Allianza del Pacifico (BDI).