LVI-Mitgliederversammlung 2015


Unter dem Motto „Industrie der Zukunft – global, digital und pragmatisch“ stand der diesjährige Tag der baden-württembergischen Industrie, der am 8. Dezember in den Räumen der GE Power AG in wunderbar passendem industriellen Ambiente in Mannheim stattfand. Nach einer kurzen Einstimmung durch LVI-Präsident Dr. Hans-Eberhard Koch folgten Festvorträge von Ministerpräsident Winfried Kretschmann MdL und EU-Kommissar Günther H. Oettinger sowie des CEO der GE Power AG, LVI-Vorstandsmitglied Alf Henryk Wulf. Etwa 200 Teilnehmer aus Wirtschaft und Gesellschaft zeigten sich sehr angetan von den Reden und der gesamten Veranstaltung. Diese hatte zuvor durch die interne Mitgliederversammlung ihren Auftakt genommen.



In seiner Eröffnungsrede mahnte der LVI-Präsident, die derzeit gute Lage der Industrie nicht zu positiv zu bewerten. Baden-Württemberg liege zwar gut im konjunkturellen Rennen, geopolitisch ziehen jedoch immer mehr „schwarze Gewitterwolken“ auf („Ukraine Krise“, der Konflikt im Nahen Osten, etc.). Gerade in Zeiten wie diesen sei eine pragmatische und in kleinen Schritten angelegte Politik ausschlaggebend, um gute Rahmenbedingungen für die industriellen Tätigkeiten zu schaffen. Auch mit Blick auf den Abgasskandal, die Flüchtlingssituation sowie die immer wieder aufflammende TTIP-Diskussion verdeutlichte der LVI-Präsident die Wichtigkeit hoher Transparenz und Pragmatismus aller Beteiligten. Nähere Informationen enthält eine entsprechende Pressemitteilung.

Der Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann MdL, knüpfte an die Ausführungen des LVI-Präsidenten an. In seiner Rede zeigte er Ansätze auf, wie Ökonomie und Ökologie miteinander einhergehen können, um nachhaltiges und intelligentes Wachstum zu generieren. Für die Zukunft sei das „Entkoppeln“ des Wirtschaftswachstums von den natürlichen Ressourcen essenziell. Baden-Württemberg stelle bereits heute einen globalen Maßstab weltweit dar, diese gute Position gelte es weiter auszubauen. Ferner ging Winfried Kretschmann auf einige Projekte aus Industrie und Politik zur Steigerung der Innovationskraft Baden-Württembergs ein. Mit Blick auf die Flüchtlingskrise sprach der Ministerpräsident von „pragmatischem Humanismus“ und darüber wie ein Zusammenwirken aller Akteure unter klaren Rahmenbedingungen eine erfolgreiche Bewältigung der Situation ermöglichen.



Anschließend stellte der EU-Kommissar mit Zuständigkeit für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft, Günther H. Oettinger, den Teilnehmern anhand zahlreicher praktischer Beispiele die Digitale Strategie Europas vor. Er machte deutlich, dass die immer weiter fortschreitende Fragmentierung der Europäischen Märkte gestoppt werden müsse. Anhand der aktuellen weltwirtschaftlichen Entwicklungen verdeutlichte der EU-Kommissar und frühere baden-württembergische Ministerpräsident, die Relevanz eines vereinten Europas. Das Transatlantische Freihandelsabkommen (TTIP) sah er als einen wichtigen Teil der Globalisierung sowie großen Schritt Europas an.

Abschließend referierte Gastgeber Alf Henryk Wulf (CEO der GE Power AG) über das „Energiesystem der Zukunft“. Er stellte dabei Chancen und Risiken der Energiewende heraus und unterstrich aus der Sicht einer (ordnungs-)politisch denkenden Unternehmensführung die Bedeutung einer zuverlässigen Energieversorgung für die Industrie und den damit zusammenhängenden Wohlstand.

Im vorangegangenen internen Teil der Mitgliederversammlung fanden neben den üblichen Formalien auch Nachwahlen statt. Nach einer zweijährigen Pause wurde Thorsten Klapproth, Vorstandsvorsitzender der Hansgrohe SE neben Heinrich Baumann, Geschäftsführender Gesellschafter der Eberspächer Gruppe GmbH & Co. KG erneut zum Vizepräsidenten gewählt.