Pressemitteilung, 20.10.2015

Industrie will Flüchtlinge beschäftigen – Planbarkeit muss erhöht werden

LVI: Schnell und verlässlich integrieren!

Stuttgart 20. Oktober 2015 – „Natürlich stellt uns der historisch einmalige Zuwanderungsstrom vor ebenso einmalige Herausforderungen.“ Daran ließ der Präsident des Landesverbandes der Industrie (LVI), Dr. Hans-Eberhard Koch, am Dienstag im Rahmen einer Pressekonferenz keine Zweifel. Gleichzeitig gelte es, nicht nur die Fakten zu akzeptieren, sondern auch die Chancen der unerwarteten Zuwanderung für den hiesigen Arbeitsmarkt anzuerkennen und zu nutzen: „Es ist ehrenwert und humanitär, Menschen in Not eine Perspektive zu bieten. Wenn uns diese Menschen dann helfen, Baden-Württemberg voranzubringen: umso besser!“

Dabei verstehe es sich von selbst, so der LVI-Präsident, dass die Industrie nicht blauäugig an die Sache herangehe. Es sei unerlässlich, den Zustrom zu strukturieren und zu kanalisieren, Kontrollen zu optimieren und Verfahren zu beschleunigen, und das selbstverständlich im Zusammenspiel mit den europäischen Partnern. Es sei auch unstrittig, so Koch weiter, dass die Beschleunigung der Verfahren auch im Ablehnungsfall gelte. „Aber für all diejenigen, bei denen wir davon ausgehen, dass sie länger oder gar für immer bleiben, müssen wir das Tempo erhöhen: Beschäftigungshemmnisse beseitigen, Ausbildungsbarrieren abbauen, Sprachdefizite angehen, kurz: Integration ermöglichen.“

Schon heute, dies betonte der LVI-Präsident abschließend, zeige sich die Industrie kreativ, und könne nicht selten auch auf pragmatische Unterstützung der Behörden zählen, wenn es darum gehe, Flüchtlinge in ihre Arbeitsprozesse einzubinden, aber das sei auf Dauer nicht tragfähig: „Ich habe große Sympathien für unbürokratische Einzelfalllösungen, aber auch hier müssen wir an die Strukturen heran. Unsere Unternehmen brauchen Verlässlichkeit und Planbarkeit. Wir möchten die Menschen schnell integrieren, aber wir müssen auch davon ausgehen können, dass sie beispielsweise für die Dauer der Ausbildung und darüber hinaus bleiben dürfen.“