Pressemitteilung, 12.08.2015

LVI: Zur konjunkturellen Lage


Kein Grund zur Euphorie


Stuttgart, 12. August 2015 Die neuesten Zahlen des Statistischen Bundesamts vermitteln auf den ersten Blick ungetrübte Aufschwunghoffnungen für die Industrie: gute Auftragseingänge im Juni, starke Zunahmen des Exports, Umsatzwachstum im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. „Schaut man aber genauer hin, ist die Entwicklung nicht so eindeutig positiv: die Umsätze des Halbjahres sind durch Währungseffekte stark beeinflusst“, stellte LVI-Präsident Dr. Hans-Eberhard Koch relativierend fest. Der Euro sei gegenüber fast allen wichtigen Währungen deutlich schwächer geworden. Des Weiteren hätten die Antriebskräfte im Export in den letzten Monaten nachgelassen, v.a. durch die schwächere Entwicklung in China.

Keinen Grund zur Euphorie habe auch die Industrie in Baden-Württemberg, obwohl sie sich noch besser entwickelt hat als der Bund. Sowohl Auftragseingänge, Umsätze und Produktion nahmen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nochmals deutlich stärker zu als im Bundesdurchschnitt. Das liege an der Struktur der baden-württembergischen Wirtschaft: besonderes Gewicht der Automobilindustrie und ihrer Zulieferer, Maschinenbau, Chemie sowie hoher Auslandsanteil an der prosperierenden US-Wirtschaft.

Der LVI-Präsident kritisiert deshalb die Politik: „Statt die Rahmenbedingungen für Industrie offensiv zu verbessern, z.B. durch schnellen Abschluss eines TTIP-Abkommens mit den USA, wird weiter an der Rücknahme von Arbeitsplatzflexibilisierung und an Erbschaftsteuererhöhungen gearbeitet.“