LVI-Informationsveranstaltungen zu Energiedienstleistungsgesetz/Energieaudits/Netzwerken



Am 15. und 29. Juli 2015 führte der LVI jeweils eine ganztägige Informationsveranstaltung zum novellierten Energiedienstleistungsgesetz, der damit verbundenen verpflichtenden Durchführung von Energieaudits nach EN16247-1, alternativen Energie- und Umweltmanagementsystemen sowie der „Energieeffizienz-Netzwerke-Initiative“ auf Bundesebene durch.






Die Teilnehmer wurden dabei über wichtige Anforderungen für ihre Unternehmen informiert. Zudem wurde Ihnen Hilfestellung für die nächsten Schritte gegeben. In diesem Zusammenhang wurde auch die Initiative auf Bundesebene „Energieeffizienz-Netzwerke“ und das „Herunterbrechen“ auf Baden-Württemberg angesprochen (Vorhaben des LVI). Abschließend wurden an parallel stattfindenden „Thementischen“ spezifische Fragestellungen erörtert.

In seinen einführenden Worten sprach LVI-Geschäftsführer Wolfgang Wolf nochmals den Hintergrund der Veranstaltung an und wies auf die Durchführung eines verpflichtenden Energieaudits bis zum 5. Dezember 2015 ebenso hin wie auf Energie- bzw. Umweltmanagementsysteme als Alternative zu einem Audit. Einbezogen sind alle Nicht-KMU bzw. sog. verbundene Unternehmen. In Deutschland sind nach vorliegenden Schätzungen deutlich über 50.000 Unternehmen betroffen; mit einem überproportionalen Anteil von Baden-Württemberg. Der

LVI-Geschäftsführer stellte im Weiteren kurz die gemeinsame Initiative von Bundesregierung und Wirtschaftsorganisationen zur Gründung von bis zu 500 Energieeffizienz-Netzwerken vor. Die Initiative will einen Beitrag zur Erreichung der klima- und energiepolitischen Ziele in Deutschland bis 2020 leisten. Er zeigte auf, dass der LVI ebenfalls plant, entsprechende Netzwerke mit Kooperationspartnern zu initiieren. Im Weiteren wies er auf die Vorteile einer Teilnahme an diesen Netzwerken hin, von der Senkung der Energiekosten, der Verbesserung von Know-how, etc. bis zu dem wichtigen Sachverhalt, dass die verpflichtenden Energieaudits auch im Rahmen eines Netzwerkes erfüllt werden können. Hierzu werden Anfang August auf der Homepage des Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) unter der Rubrik FAQ Informationen bereitgestellt, die aufzeigen werden, unter welchen Bedingungen bei der Teilnahme an einem Energieeffizienz-Netzwerk, die auf den 5. Dezember 2015 festgelegte Frist für ein Energieaudit im Ermessensspielraum der BAFA verlängert werden kann.

Moderiert von Dr. Uwe Götz (Geschäftsführer unseres Mitglieds, der Arqum GmbH, München) gab zunächst am 15. Juli Jennifer Kratz (Bundesstelle für Energieeffizienz im BAFA, Eschborn) bzw. am 29. Juli Jan Benduhn von der BAFA einen Überblick über „Politische Rahmenbedingungen und gesetzliche Vorgaben / Wie wird die Umsetzung überprüft? Welche Fördermöglichkeiten gibt es?“. In den sehr umfassenden und anschaulichen Beiträgen gingen beide sehr intensiv auf die Anforderungen an die Energieaudits wie auch an die Energieauditoren ein sowie auf die Kontrolle der Durchführung dieser Audits.

Dr. Uwe Götz führte unter dem Titel „Umsetzung der politischen Rahmenbedingungen und gesetzlichen Vorgaben: Welches System ist für die Unternehmen am besten geeignet?“ den Sachverhalt weiter aus und wies auf die verschiedenen Möglichkeiten hin die Auditpflicht zu erfüllen und gab in diesem Zusammenhang auch eine entsprechende Aufwandsschätzung.

Impulsvorträge rundeten im Rahmen von Best-Practice-Beispielen diesen Veranstaltungsteil ab. Werner Gauß (Gauss Ingenieur Büro / Großabnehmerverband Energie Baden-Württemberg e. V.) erläuterte die Schwerpunkte und Durchführung eines Energieaudits. Ellen Braun (Arqum GmbH, Stuttgart) machte dann den „Sprung vom Energieaudit zum Energiemanagementsystem“ und erläuterte die Unterschiede dieser Systeme inklusive ihrer Vor- und Nachteile, aber auch deren Kombinierbarkeit. Andreas Trautmann und Günther Huber (Siemens AG) zeigten abschließend die Wettbewerbsvorteile durch Audit oder Energiemanagementsysteme aus Sicht der Praxis auf.

Den Vormittagsblock beschloss Wolfgang Ruch (Geschäftsführer Großabnehmerverband Energie Baden-Württemberg e. V. - GAV), der die Gelegenheit nutzte, die Bundesinitiative „Energieeffizienz-Netzwerke“ ausführlich vorzustellen. Dabei ging er auf die Inhalte der Vereinbarung inklusive ihrer Mindestanforderungen ein, zeigte Beispiele bereits existierender Netzwerke auf, bevor er sich mit den einzelnen Akteuren der vorgesehenen Netzwerke beschäftigte (Netzwerkträger, Moderator, Energieberater). Das Ganze unterwarf er einer Kosten-Nutzen-Analyse. Dabei wies er auch auf die Pläne des LVI und seiner Partner hin, eigene Netzwerke im Rahmen der Initiative zu gründen.

Am Nachmittag nutzten die Teilnehmer im Rahmen an parallel angebotenen Thementischen (KMU-Regelung – Bin ich als Unternehmen betroffen? Kann die Multi-Site-Regelung bei verbundenen Unternehmen angewendet werden / Welche Anforderungen und Möglichkeiten gibt es für unsere Unternehmen im EU-Ausland? / Welche Vorteile bringt mir die Teilnahme an einem Energieeffizienz-Netzwerk / Kann ich das Energieaudit auch intern durchführen? Welche Berater unterstützen mich bei der Durchführung der Audits? / Welches System (Energieaudit/Energiemanagement/EMAS) ist für mein Unternehmen am besten geeignet? / Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen aus deren Einsparungen (ohne Investitionsausgaben)) die Gelegenheit, sich von den LVI-Experten individuell beraten zu lassen.




Das Programm der Veranstaltung können hier abgerufen werden.