Pressemitteilung, 06.03.2015

Gemeinsame Erklärung von Politik, Wirtschaft und Umweltverbänden zum SuedLink

Am 6. März wurde auf Initiative des Umweltministeriums im Rahmen einer gemeinsamen Erklärung von Politik, Wirtschaftsorganisationen und Umweltverbänden ein umfassendes Bürgerdialogverfahren angestoßen.

Die Erklärung betrifft den geplanten Bau der Stromübertragungsleitung SuedLink von Brunsbüttel nach Großgartach, mit der Windstrom aus dem Norden Deutschlands nach Baden-Württemberg transportiert werden soll.

LVI-Geschäftsführer Wolfgang Wolf: „Der SuedLink ist ein sehr wichtiger Baustein, um die sichere Versorgung mit Strom in Baden-Württemberg auch nach dem stufenweisen Ausstieg aus der Kernenergie weiterhin gewährleisten zu können“. Der LVI begrüßt daher im Grundsatz die geplante Bürgerbeteiligung, um durch eine größere Transparenz auch mehr Verständnis für dieses Vorhaben zu erreichen.

Der Ausbau der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien orientiert sich vor allem an den geeigneten Standortbedingungen und nicht am Lastbedarf. Ohne einen massiven Netzausbau in allen Ebenen wird die Integration der erneuerbaren Energien nicht gelingen. Die zunehmende Einspeisung von Windenergie im Norden erfordert den Energietransport über leistungsstarke Übertragungsleitungen in den Süden, so Wolfgang Wolf weiter.

Weder der Ausbau der Stromerzeugung aus Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen, noch die geringen Lastverlagerungspotenziale der Wirtschaft oder der Bau neuer Gaskraftwerke ist unter den derzeitigen Rahmenbedingungen eine vollwertige Alternative.

Die baden-württembergische Industrie ist auf leistungsstarke Stromtrassen innerhalb Deutschlands und Verstärkung der bestehenden Verbindungen zu dem benachbarten Ausland angewiesen, um auch zukünftig hier produzieren zu können. Arbeitsplätze, Wohlstand und soziale Gerechtigkeit sind mittelbar von diesem Projekt betroffen. Die Notwendigkeit des Leitungsausbaus wird unter anderem auch in einer Studie des DLR (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt) und des Instituts für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung der Universität Stuttgart, nachgewiesen. Die vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft beauftragte Studie stellt fest, dass in Süddeutschland eine sichere Stromversorgung bereits in wenigen Jahren gefährdet ist, wenn nicht konsequent mit geeigneten Maßnahmen gegengesteuert wird. Zusätzlich besteht die Gefahr einer Aufteilung Deutschlands in zwei Preiszonen. Dies wurde unter anderem in einer aktuellen Studie im Auftrag der EEX (European Energy Exchange AG, Leipzig) untersucht und bewertet.

„Der Netzausbau ist daher im ersten Schritt die beste Lösung, mit den volkswirtschaftlich geringsten Zusatzbelastungen“, meint dazu der LVI-Geschäftsführer und ergänzte, „dies setzt voraus, dass es einen Zeit- und Kostenrahmen gibt, der auch eingehalten wird“.

Der LVI vertraue bei der Umsetzung den Fachleuten der Übertragungsnetzbetreiber, der Industrie und der Bundesnetzagentur, dass sie eine technisch und wirtschaftlich optimierte Lösung umsetzen werden, so Wolfgang Wolf abschließend.