Rohstoffdialog in Stuttgart fortgeführt

Bei einem weiteren Spitzengespräch, das am 4. Mai mit Finanz- und Wirtschaftsminister Dr. Nils Schmid MdL, LVI-Präsident Dr. Hans-Eberhard Koch und LVI-Geschäftsführer Wolfgang Wolf, DGB-Bezirksvorsitzenden Nikolaus Landgraf, dem Präsidenten der IHK Nordschwarzwald Burkhard Thost sowie weiteren führenden Unternehmensvertretern stattfand, wurden ausgiebig konkrete Schritte zur Verbesserung der Versorgungssicherheit der Wirtschaft mit Rohstoffen erörtert.

Der vor zwei Jahren ins Leben gerufene Rohstoffdialog hat die Zielsetzung, Leitlinien einer innovativen Rohstoffpolitik voranzutreiben. Die Ergebnisse wurden in einer Gemeinsamen Erklärung „Rohstoffdialog Baden-Württemberg“ am 13. Mai 2013 festgehalten.

Der Minister betonte, dass gerade Baden-Württemberg als Standort von traditionellen Industrien, aber auch von zahlreichen Hightech-Unternehmen darauf angewiesen sei, dass Rohstoffe jederzeit und zu ökonomischen Preisen verfügbar seien. Im Weiteren wies er auf eine zwischenzeitlich erfolgte Ausschreibung für wirtschaftsnahe Forschungsprojekte zum technologischen Ressourcenschutz hin. Schwerpunkte seien hier das Recycling und die Substitution wichtiger Roh- und Werkstoffe. Auch die Wiederaufbereitung von Produkten, das sog. Re-Manufacturing, sah der Minister als wichtigen Beitrag zum Ressourcenschutz. Zudem machte er deutlich, dass die Industrieproduktion wesentlich zum wirtschaftlichen Erfolg Baden-Württembergs beitrage. Eine sichere Versorgung der Wirtschaft hänge vor diesem Hintergrund auch langfristig von der Möglichkeit zur Nutzung neu gewonnener Rohstoffe ab. Etwa mit Hilfe von Delegationsreisen müssten die Chancen der baden-württembergischen Unternehmen unterstützt werden.

Der LVI-Präsident betrachtete die Rohstoffsicherung als Gemeinschaftsaufgabe sowohl auf EU- als auch auf Bundes- und Länderebene. Nicht zuletzt für die Entwicklung neuer Technologien sei ein sicherer Rohstoffbezug unabdingbar. Dabei müssten neben Seltene Erden oder Hochtechnologiemetallen in besonderer Weise Nicht-Eisenmetalle, Industriemineralien und Eisenerze berücksichtigt werden. Dr. Koch nutzte im Weiteren die Gelegenheit, auf die Bedeutung heimischer Rohstoffe hinzuweisen, die zu einem großen Teil den Bedarf des Infrastruktur und Bausektors abdecken würden. Hier mahnte er entsprechende Rahmenbedingungen an, die den Zugang zu heimischen Rohstofflagerstätten gewährleisten. Ein weiteres Anliegen war dem LVI-Präsident der Wunsch nach Technologieoffenheit hinsichtlich der für die Industrie notwendigen organischen Rohstoffbasis. Dies gilt in besonderer Weise auch für die Themen Schiefergas und nachwachsende Rohstoffe.

Als ein Ergebnis des Rohstoffdialogs verkündete der Wirtschaftsminister eine Rohstoffreise in Baden-Württemberg an, die am 27. Juli stattfinden soll. Bei seinen Besuchen herausragender Unternehmen und Einrichtungen im Bereich Rohstoffe will sich der Minister über aktuelle Entwicklungen informieren und einen Beitrag zur Sensibilisierung der Bürger zu diesem wichtigen Thema leisten.