Akteursplattform Ressourceneffizienz Baden-Württemberg


Unter maßgeblicher Beteiligung des LVI gab Umweltminister Franz Untersteller am 27. Mai in Stuttgart den Startschuss für die „Akteursplattform Ressourceneffizienz Baden-Württemberg“. Die rund 120 Akteure aus Politik, Wirtschaft, Sozialpartnern, Wissenschaft, Umwelt- und Naturschutzverbänden, Finanz- und Bankunternehmen sowie nutzten die Chance und Gelegenheit, ihre Vorstellungen zur Ressourceneffizienz einzubringen und den Prozess aktiv und transparent zu gestalten. LVI-Präsident Dr. Hans-Eberhard Koch ging in seinem Impulsvortrag auch auf die notwendigen Rahmenbedingungen für eine sinnvolle Beteiligung der Industrie ein.

Die Akteursplattform soll die Erarbeitung der „Landestrategie Ressourceneffizienz“ maßgeblich unterstützen. Ein Board aus hochrangigen Vertretern der Akteursgruppen und den Ministern Untersteller und Schmid bilden das „Gesicht“ der Akteursplattform. Es kommuniziert die Ergebnisse der Plattform an die Medien und die Öffentlichkeit ein- bis zweimal pro Jahr. Fünf thematische Arbeitskreise (AK) sollen vertieft Schwerpunktthemen verfolgen und Handlungsvorschläge für die Landesstrategie Ressourceneffizienz erarbeiten. Sie bilden den inhaltlichen Kern der Akteursplattform: Innovation und Technologieentwicklung (AK 1), Material- und Energieeffizienz in Unternehmen (AK 2), Indikatoren, Messgrößen und Ziele (AK 3), Ressourceneffiziente Rohstoffgewinnung/Rohstoffversorgung der Wirtschaft (AK 4) und Kreislaufwirtschaft und Produktdesign (AK 5).




In seinem Impulsvortrag zeigte LVI-Präsident Dr. Hans-Eberhard Koch die Vorleistungen der Industrie beim Thema Nachhaltigkeit sowie Energie- und Materialeffizienz auf und ging gleichzeitig auf die notwendigen Rahmenbedingungen ein. Er betonte, dass gerade die Industrie bereits erhebliche Vorleistungen im Klimaschutz erbracht habe. Zudem leisten Produkte der Unternehmen in vielen Bereichen – etwa bei Umwelt- und Energietechnologien – einen wichtigen Beitrag. Ressourceneffizienz aus Sicht der Industrie sei der effiziente Einsatz von Rohstoffen und Energie zur Herstellung von Produkten. Die Produkte der Industrie wiederum ermöglichen einen ressourcenschonenden Konsum.

Die Anstrengungen der Industrie Ressourcen einzusparen seien enorm, man stoße aber zunehmend an die Grenzen der technischen und wirtschaftlichen Machbarkeit. Potenzielle politische Ziele zur absoluten Senkung des Rohstoffeinsatzes würden daher letztlich eine Einschränkung der industriellen Produktion bedeuten. Ebenfalls seien neue bürokratische Belastungen bzw. regulierende Eingriffe nachteilig. Die Politik sollte im Wesentlichen die Rahmenbedingungen beeinflussen, denn die Industrie benötige auch in Zukunft Raum für Wachstum, um mit Innovationen und neuen Verfahren – die dann auch zusätzliche Rohstoffe und Ressourcen benötigen – zur Ressourceneffizienz beizutragen. Dr. Koch plädierte daher für eine Ressourcenpolitik mit Augenmaß, damit die deutsche und europäische Industrie global wettbewerbsfähig bleibt und somit durch ihre Produkte die Ressourceneffizienz voranbringen kann.

Der LVI-Präsident begrüßte erneut die „Allianz für mehr Ressourceneffizienz“ und ging im Weiteren auf die Initiative „100 Betriebe für Ressourceneffizienz“ ein. Ein solches Leuchtturmprojekt kann zu einem hervorragenden Beispiel nachhaltigen und ressourceneffizienten Wirtschaftens in Baden-Württemberg werden. Es bietet damit auch Referenzen für die Weltmärkte, um unsere Produkte erfolgreich zu vermarkten.

Anschließend ging er auch auf den „Rohstoffdialog Baden-Württemberg“ ein, den der LVI gemeinsam mit Wirtschaftsminister Dr. Nils Schmid MdL und dem DGB Bezirk Baden-Württemberg unterzeichnete und der über den AK 4 fortgeführt werden soll. Insbesondere soll hier ein Beitrag für eine sichere, verlässliche und wirtschaftliche Rohstoffversorgung zur Sicherung von Beschäftigung, Lebensqualität und Wohlstand und damit zur Standortsicherung Baden-Württembergs geleistet werden. Unter anderem soll hierzu die Frage der Rohstoffsicherung auf Basis bewährter Instrumentarien weiterentwickelt werden – sowohl vom diversifizierten Einkauf über den effizienten Einsatz bis hin zum intelligenten Recycling.

Im Weiteren wies Dr. Koch die Zuhörer darauf hin, dass sich der LVI und seine Mitglieder – nicht zuletzt aus Kapazitätsgründen – im Wesentlichen auf die maßgeblich begleiteten Projekte „100 Betriebe für Ressourceneffizienz“ und „Rohstoffdialog Baden-Württemberg“, die durch die Arbeitskreise 2 und 4 abgebildet sind, konzentrieren werden.

Abschließend plädierte der LVI-Präsident für ein marktwirtschaftliches Konzept der Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz, da eine nachhaltige Entwicklung im Sinne eines ausgewogenen Gleichgewichts zwischen Ökonomie, Ökologie und Sozialem nur mit Hilfe der Industrie und der mit ihr verbundenen Wertschöpfungsketten gelingen kann. Unternehmen können den gesellschaftspolitischen Herausforderungen aber nur dann Rechnung tragen, wenn gleichzeitig ihre Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig gesichert ist.

Nähere Informationen zur „Akteursplattform Ressourceneffizienz Baden-Württemberg“ erhalten Sie unter http://um.baden-wuerttemberg.de/de/wirtschaft/ressourceneffizienz-und-umwelttechnik/akteursplattform-ressourceneffizienz/.