LVI-Workshop zu „Energieeffizienz-Netzwerken“

Am 5. Oktober führte der LVI eine Informationsveranstaltung in Form eines Workshops zur Gründung von Energieeffizienz-Netzwerken durch. Damit will der LVI einen aktiven Beitrag zu der „Initiative Energieeffizienz-Netzwerke“ von Bundesregierung und Wirtschaftsorganisationen leisten.

Die Bundesinitiative zielt darauf ab, bis zum Jahr 2020 rund 500 neue Netzwerke zu etablieren und damit einen wichtigen Beitrag zur Steigerung der Energieeffizienz in Industrie, Handwerk, Handel und Gewerbe zu leisten. Ein Grund für das LVI-Engagement ist das im April d. J. novellierte Energiedienstleistungsgesetz und die damit verbundene verpflichtende Durchführung von Energieaudits bis zum 5. Dezember 2015. Dazu hat der LVI bereits im Juli mehrere Veranstaltungen durchgeführt.



LVI-Geschäftsführer Wolfgang Wolf vermittelte den Teilnehmern nochmals kurz den Hintergrund für die Veranstaltung, beginnend mit der Gesetzesnovelle und der damit verbundenen Thematik verpflichtender Energieaudits für Großunternehmen bzw. sog. verbundener Unternehmen. Dabei streifte er auch entsprechende Energie- bzw. Umweltmanagementsysteme als Alternative zu diesen Audits. Nicht zuletzt angesichts der Möglichkeit, diese Audits auch im Rahmen der Initiative „Energieeffizienz-Netzwerke“ durchzuführen, verdeutlichte er, dass sich der LVI hier in der Pflicht sieht, seinen Mitgliedern an dieser Stelle zu helfen. Gleichzeitig wies er auf die weiteren vielfältigen Vorteile hin, die mit einer Netzwerk-Teilnahme verbunden sind.

Moderiert von Dr. Uwe Götz (Geschäftsführer unseres Mitglieds, der Arqum GmbH) stellte danach Dr. Eberhard von Rottenburg (Bundesverband der Deutschen Industrie e. V. – BDI) die Bedeutung der Energieeffizienz als nationales und internationales Thema heraus, bevor er auf die damit einhergehenden Regelungen wie der EU-Energieeffizienz-Richtlinie von 2012, dem Inkrafttreten des Energiedienstleistungs-Gesetzes vom 22. April d. J. und der damit verbundenen Energieaudit-Verpflichtung für Nicht-KMU-Unternehmen einging. Breiten Raum seiner weiteren Ausführungen nahm anschließend die Vereinbarung zur Initiative Energieeffizienz-Netzwerke vom 3. Dezember 2014 im Bundeswirtschaftsministerium hinsichtlich ihrer Struktur, Inhalte, Vorteile, etc. ein. Akteure entsprechender Netzwerke sind neben den Netzwerkträgern, die Moderatoren, qualifizierte Energieberater und selbstverständlich die mitwirkenden Unternehmen. Aufgezeigt wurden auch Fördermöglichkeiten auf Bundesebene.

Dr. Uwe Götz stellte anschließend den Hintergrund, die Zielsetzung, die Akteure und das weitere Vorgehen bei der Gründung und Durchführung von Energieeffizienz-Netzwerken im LVI vor, mit deren Hilfe wirtschaftliche Energieeinsparpotenziale bei den Teilnehmern identifiziert und umgesetzt werden sollen. Ausführlich ging er dabei auf die einzelnen Schritte des Projektes ein, das auf vier Jahre ausgelegt ist. Als einen Baustein stellte er die Umsetzung des verpflichtenden Energieaudits im Netzwerk ebenso vor wie die alternativen Energie- und Umweltmanagementsysteme.

Gleichzeitig wies er auf einen auf der Homepage des Bundesamts für Wirtschaft- und Ausführkontrolle (BAFA) unter der Rubrik FAQ eingestellten Hinweis hin, der besagt: „Falls ein Unternehmen sein Energieaudit im Rahmen eines Netzwerks durchführt und insofern die Netzwerkbeteiligung rechtzeitig veranlasst wurde, wird die Teilnahme an einem Energieeffizienz-Netzwerk im Rahmen des Ermessens des BAFA bei der Verhängung von Bußgeldern nach § 12 EDL-G berücksichtigt, wenn das Unternehmen bis zum 5. Dezember 2015 das Energieaudit noch nicht vollständig abgeschlossen hat“.

Von Seiten des LVI stellte Referatsleiter Uwe Bechinka im Weiteren den LVI in seiner Funktion als Netzwerkträger vor und erläuterte die damit zusammenhängenden Aufgaben wie etwa der Koordination der Verbandstätigkeiten zur Gründung von Netzwerken, dem Abschließen von Verträgen, der Koordination des Zusammenspiels mit den Projektpartnern, die Kontaktaufnahme mit Förderinstitutionen, etc. Dabei machte er nochmals deutlich, dass für die LVI-Mitgliedsverbände die Möglichkeit besteht, sich als Kooperationspartner an den Netzwerken zu beteiligen.



Anschließend nutzten Jochen Dreher (Heidelberg Manufacturing Deutschland GmbH) sowie Klaus Wolfgang (ehem. Werksleiter der Nalco Deutschland GmbH, Werk Biebesheim) die Gelegenheit, über ihre Erfahrungen aus anderen Energieeffizienz-Netzwerken zu berichten und dabei auf die Vorteile dieser Netzwerke ebenso einzugehen wie auf die damit erzielten Erfolge innerhalb der Unternehmen. Jochen Dreher stellte das Netzwerk „Energieaudit“ der IHK Ulm vor, Klaus Wolfgang das Energieeffizienz-Netzwerke Südhessen.

Der LVI plant für den 20. November eine Kick-Off-Veranstaltung bei der mit den interessierten Unternehmen die Netzwerkgründung erfolgen soll. In Abhängigkeit von der abschließenden Zahl der Interessenbekundungen wird dann ausgelotet, wie viele (gegebenenfalls auch regionale) Netzwerke gegründet und diese bedarfsgerecht zusammengesetzt werden. Die Laufzeit ist bis Ende 2019 vorgesehen. Neben den Netzwerktreffen (dreimal pro Jahr) sind auch individuelle Vor-Ort-Termine durch Arqum vorgesehen. Die Finanzierung erfolgt durch einen jährlichen Beitrag der Teilnehmer; Fördermöglichkeiten für KMU werden derzeit geprüft.

Das Programm der Veranstaltung sowie einen Übersichtsflyer über das Projekt (mit Nennung von Ansprechpartnern) können über den jeweiligen Link abgerufen werden. Weitere Interessenbekundungen sind bis 21. Oktober möglich.