Deutsches CSR-Forum 2017


Am 4. und 5. April führte die dokeo GmbH, mit dem LVI als Mitveranstalter, unter dem Motto „Zukunftsfähige Gesellschaft und nachhaltiges Wirtschaften“ das 13. Deutsche CSR-Forum im Forum am Schlosspark in Ludwigsburg durch. Auch in diesem Jahr kamen zahlreiche Vertreter aus allen gesellschaftlichen Bereichen zusammen, um sich über nachhaltiges und verantwortungsvolles Handeln zu informieren und auszutauschen.

Im Fokus standen die Themen Ressourceneffizienz, Mobilität der Zukunft, Rio 25, verantwortungsbewusste Unternehmensführung (von der Mitarbeitereinbindung bis zum Lieferkettenmanagement) sowie „Vernetztes Denken – Denken und Handeln in Ökosystemen“.

In den Begrüßungen durch Wolfgang Scheunemann (dokeo GmbH) sowie – in Vertretung der Schirmherrin des CSR-Forums, Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut MdL – Staatssekretärin Katrin Schütz, wurde die zunehmende Bedeutung von Nachhaltigkeit und CSR betont. Neben Unternehmen und NGOs stelle sich auch die Landesregierung mit großem Engagement dieser Thematik.

Die darauffolgende erste Diskussionsrunde zur „Lieferkette Lebensmittel“ wurde mit kontroversen, jedoch stets respektvollen Argumenten und Meinungen geführt. In der darauffolgenden spannenden Diskussion um die „Mobilität der Zukunft“ und der zunehmenden Verstädterung wurden die Ansprüche an die Politik, die Rahmenbedingungen für mehr Nachhaltigkeit und Innovationen gemeinsam mit dem baden-württembergischen Verkehrsminister Winfried Hermann MdL erörtert. Dieser betonte in seinem Eingangsstatement und im Rahmen der Diskussionsrunde, dass eine umfassende Wende der Verkehrspolitik notwendig sei. Eine auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Mobilität sei ein Leitgedanke der Landesregierung. Nur über eine glaubwürdige Politik auf regionaler bis hin zur internationalen Ebene könne man die Menschen mitnehmen. In diesem Zusammenhang ging er auch auf die sich verändernden Mobilitätsbedürfnisse der Menschen ein.

In den verschiedenen Sektionen wurden anschließend unter anderem die Themen der Plenarveranstaltungen weiter vertieft. In diesem Rahmen stellten verschiedene Unternehmen auch ihre CSR-Programme vor (Lieferkettenmanagement, Führen mit Werten) inklusive den damit verbundenen Problemstellungen und Lösungsansätzen.

Unter dem Motto „Zukunftsfähige Gesellschaft – Europa jetzt erst recht!“ zeigte EU-Kommissar Günther Oettinger im Rahmen einer Videobotschaft die Sicht der EU-Kommission auf. Schlagworte waren dabei Brexit, Rechtspopulismus, Politikmüdigkeit! Wohin geht die Reise in Europa? Sind die europäischen Errungenschaften auf einmal wertlos geworden? Europa – jetzt erst recht!

Am Abend des ersten Veranstaltungstages wurde der 8. Deutsche CSR-Preis feierlich verliehen. Preisträger in der Kategorie für hervorragendes CSR-Engagement ist Dr. Michael Otto. Weitere Preise wurden unter anderem für CSR in der Lieferkette beziehungsweise CO2-Vermeidung verliehen.

Der zweite Veranstaltungstag startete – wiederum moderiert von Werner Eckert (Redaktion Umwelt, SWR) – mit den Themenfeldern „Zwischen Priorität und Pragmatismus – CSR-Implementation bei den Sparkassen“ sowie „Energieeffizienzen in der Wirtschaft“. Dem folgte eine ausführliche Vorstellung und Erörterung des Themas „Vernetztes Denken – Denken und Handeln in Ökosystemen“ unter maßgeblicher Beteiligung von LVI-Geschäftsführer Wolfgang Wolf. Grundgedanke dieses Veranstaltungsblocks war der Sachverhalt – und auch aus der Natur abgeleitet –, dass Eingriffe an einer Stelle zu unterschiedlichsten Wechselwirkungen führen können, die es zu bedenken gilt. Um die Probleme von heute anzugehen, ist vernetztes Denken, Denken in Ökosystemen, unabdingbar.

Zunächst machte Wolfgang Wolf deutlich, dass vernetztes Denken bis hin zu Industrie 4.0 in vielen Unternehmen bereits seit Langem gelebte Praxis ist, unabhängig von Begriffsbezeichnungen. Aus seiner Sicht stellt vernetztes Denken eine notwendige Voraussetzung für den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen dar. Hierfür sei auch ein Übergang vom Komponenten- zum Systemdenken erforderlich. Angesichts des zunehmenden Digitalisierungsprozesses sollte anstelle von Wertschöpfungsketten zukünftig besser in "Wertschöpfungsnetzwerken" gedacht/gehandelt werden. Schließlich veranschaulichte er, dass für nachhaltiges Handeln auch ein entsprechender politischer Rahmen vorhanden sein muss, der den Unternehmen den notwendigen Handlungsspielraum, auch für Innovationen, lässt.

Bei weiteren Arbeitsschwerpunkten ging es um die Ausgestaltung von Industrie 4.0, dem gemeinsamen Leuchtturmprojekt von Land und Wirtschaft „100 Betriebe für Ressourceneffizienz“ sowie der Integration von Flüchtlingen in die Arbeitswelt. Auch hierzu und zu weiteren Themen fanden wiederum vertiefende Gesprächsrunden statt.

Zahlreiche Unternehmen, Vertreter von Wissenschaft und gesellschaftlichen Gruppen nutzten zudem die Gelegenheit, ihre Nachhaltigkeits-/CSR-Aktivitäten im Rahmen einer Expo zu präsentieren.

Zum Ende der Veranstaltung zog Wolfgang Scheunemann ein sehr positives Fazit. Auch in diesem Jahr wurde wieder vielschichtig und intensiv über aktuelle Themen bei Nachhaltigkeit und CSR informiert und diskutiert. Ab nächstem Jahr wird die Trägerschaft für das „Deutsche CSR-Forum“ von der dokeo GmbH auf das Kolping Bildungswerk übergehen. Wolfgang Scheunemann wird als Vorsitzender des Kuratoriums am CSR-Forum weiterhin inhaltlich und organisatorisch maßgeblich mitwirken.